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Am Sonntag, 16. Dez. 2012 fand in Galmetshöfen (in der Nähe von Biberach) eine Benefiz- Ausstellungung zugunsten der BuKi-Hilfe statt: Sigrid und ich fihren hin und waren beeindruckt, einmal mehr, von den Bildern des Fotografen Andreas Reiner!

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BuKi lud ein zu einer Benefiz-Ausstellung bei Andreas Reiner: Dieser war aus der Stadt aufs Land hinausgezogen und in seinem Haus betreibt er die Galerie Neuland 


Erste Station: Fähre Konstanz-Meersburg

Der Wecker klingelte um 06.40 Uhr, und das an einem Sonntag: Was um Himmelswillen, bringt einem dazu, freiwillig an einem Sonntag zu einer solch unchristlichen Zeit aufzustehen? Natürlich die Bilder von Andreas Reiner, dem tollen Fotografen, der eine ganz besondere Art hat durch sein Fotoobjektiv die Welt zu sehen: «Sichtlichmensch» heißt die entsprechende Homepage von ihm.



Ankunft in Deutschland

Mit einer halben Stunde auf den ursprünglichen Plan starteten wir über die Fähre in Konstanz nach Meersburg, von wo es über die schnelle B30 nach Ravensburg und von dort nach Biberach führte. Auf der Baustelle fuhren wir auf die autobahnähnliche B32, verließen sie dann planmäßig am Anschluss «Warthausen» und als wir im nächsten Weiler anhielten, sahen wir das Schild «Galmutshöfer Steige»: Nur meine falsche Hausnummer im Kopf ließen uns einen kleinen Umweg fahren, sonst wären wir direkt am Ziel gelandet. Als wir um fünf vor elf den Stimmen im Haus folgten, landeten wir in einer heißen Stube und Heidi fiel fast in Ohnmacht, gelingt es uns doch immer wieder, sie mit unserer unerwarteten Ankunft zu überraschen.

Galmutshöfen 28, Galerie «Neuland»

Die «Galerie» bestand aus dem Tenn und der Heubühne, welche durch einen Raum betreten wurden, wo man von einem ausgestopften Keiler begrüßt wurde. Andreas Reiner, der Hausherr ist aus der Stadt aufs Land gezogen und betrat damit «Neuland», so heißt für ihn das Haus Galmutshöfen 28 mitsamt der Galerie. Ebenfalls zu Neuland gehören Hühner, (noch!) drei Schweine und ein Kälbchen, welches ziemlich einsam im Stall neben dem Schweinegehege die Krippe teilte. Und eine schwarze Katze gehört auch dazu, sie lebt aber überall, auch im bewohnten Teil des Ökonomiegebäudes. Mit Ausnahme der Katze wurde das Haus mitsamt Hab und Gut vom Vorbesitzer übernommen.



Kurz nach elf Uhr: Einführung in die Ausstellung

Andreas erzählte die Geschichte von «Neuland» den etwa 30 Personen, vorwiegend aus dem BuKi-Umkreis wie wir, die pünktlich um elf Uhr zur Eröffnung der Benefiz-Ausstellung gekommen waren. Er erklärte auch, dass ihn vor allem die erste Reise nach Cidreag sehr zu Herzen gegangen sei und er lange Zeit brauchte, um sie zu verarbeiten. Die zweite Reise unternahm er, um Heidi und Stefan bei der «Vermarktung» der BuKi-Idee wertvolles Bildmaterial zur Verfügung zu stellen. Er kam mit einem unheimlich großen Schatz zurück, wie wir uns anhand der gezeigten Bilder versichern konnten. Ohne deren Sprache zu sprechen, gelingt es ihm, die Leute zu gewinnen, dass sie sich bei seinen Kompositionen genauso hinstellen, wie er sie im Bild haben möchte. Er hat einen ganz anderen Zugang als andere Fotografen zum Erstellen von Bildmaterial: Er möchte beim Betrachter die Gedanken leiten – und diesem Bann kann man sich nicht entziehen. Ich freue mich schon jetzt auf Andreas die nächste Schau auf seiner Homepage mit dem neuen Bildmaterial.

Diesen Gedanken nahm Stefan in der daran anschließenden Rede auf. Er verwies vor allem auf das Engagement von Andreas Gottschalk (SWR) und von Andreas Reiner, die nicht einfach ihren Job machen, sondern sich beide unheimlich engagiert für die BuKi-Sache einsetzen. Sie waren beide anlässlich der letzten Reise mitgekommen. Durch sie kamen sie auch zum Blix-Artikel, der BuKi einem viel größeren Kreis an Leuten näher brachte, mit einem Vorzugsplatz auf der Titelseite. Anschließend erklärte er all jenen im Publikum, wie das Projekt «BuKi» funktioniert, die es noch nicht wussten: Der Zugang, dieser «vergessenen» Dorf-Gemeinschaft vor den Toren Cidreags, die etwa 140 Personen zählt, davon 110 Kindern und in unvorstellbaren ärmlichen Behausungen, welche schon diesen Namen kaum verdienen, leben und dahindarben, geschieht über die Kinder. Im BuKi-Haus bekommen 25 Kinder dieser Lebensgemeinschaft ein Frühstück, frische Kleider und das Schulzeug, wenn sie die Schule besuchen. Nach der Schule kommen sie zurück, erhalten eine Mahlzeit und Hausaufgabenhilfe, also pädagogische Betreuung.



Durch diese Betreuung ist es ihnen möglich, in der Schule den Unterricht regelmäßig zu besuchen und, so ist die Hoffnung, irgendwann auch den Anschluss an die normale Gesellschaft zu schaffen. Viele der Kinder kommen regelmäßig ins BuKi-Haus. Damit wird der Anreiz geschaffen, mit Nahrung, Kleidung und Körperpflege sich dem Normalalltag der Roma, welcher chaotisch und ohne Tagesablauf allein durch Nahrungssuche, Kinder zur Welt bringen (schon 12-, 13-jährige Mädchen!) und dem Kampf ums Überleben geprägt ist, zu entfliehen und den Weg mit einer Tagesstruktur, mit dem Erwerb sozialer Kompetenzen und Bildung in die rumänische Gesellschaft zu finden.


Nachdem die Ausstellung mit Stefan’s Einführung, dem Dank an alle Helfer, insbesondere des BuKi-Vereins, die während der verschiedenen Veranstaltungen und auch mit Transport-Begleitung tatkräftig mitgeholfen haben, eröffnet war, konnten sich alle an den Bildern und auch bei Glühwein, Kaffee und Kuchen laben. Die Umgebung war zwar etwas ausgefallen, aber alle, die Andreas Reiner kennen, fühlten sich in seinem neuen Zuhause wohl: Wem es zu kalt war in der Scheune, der konnte sich in der Küche aufwärmen. Dort erfuhr man z.B. dass nur eine der drei Sauen den Winter überleben würden: Ortsüblich wird es eine «Hausmetzgete» geben. Wie das Ablaufen wird, kann man auf Andreas Homepage nachsehen.



Wir hatten die Gelegenheit, etwas ausgiebiger mit Heidi und Stefan zu reden. Stefan hat sein Arbeitspensum inzwischen um 25% reduziert: Zuviel Zeit braucht inzwischen das «Found rising», immer wieder muss er das Projekt an verschiedenen Orten vorstellen. Es sind zwar viele Leute, die in die Sache involviert sind, aber im Moment fehlen noch die größeren Sponsoren, die die Basis für die regelmäßigen Kosten abdecken. Inzwischen ist das BuKi-Haus ein Arbeitsgeber, d.h. es müssen Löhne bezahlt, Essen eingekauft usw. werden, was regelmäßig Kosten verursacht. Es wäre toll, wenn gezielt Aktionen zusätzlich zu den regelmässigen Verpflichtungen möglich wären.


v.l. Andreas Reiner, Stefan Zell, Heidi Haller, Andreas Gottschalk, Silvia, Sigrid und ich

Sie hoffen nun auf ansässige Firmen in Bad Saulgau, die eine Art von Patenschaft für ihr Projekt übernehmen würden mit regelmässigen Beiträgen. Nun aber fliegen sie zusammen mit Stefan’s Eltern für 2 ½ Wochen nach Kalifornien, wo der Bruder von Stefan seit 2 Jahren lebt. Wir wünschen erholsame Zeit ennet dem grossen Teich …

Nachdem wir uns zwei Mal in der Küche aufgewärmt und jahreszeitenkonform mit Glühwein (ohne!) und Kuchen versorgt hatten, kam auch für uns die Zeit, aufzubrechen. Wir verliessen den Ort, nicht ganz am Ende der Welt, aber doch ziemlich «weg vom Schuss».

Wir wünschen Andreas, seiner Freundin und der ganzen Hausgemeinschaft gutes Wohlergehen, auch wenn das für 2 Schweine im Stall bald mal enden wird: Es wird wieder im Frühling kleine Schweine geben, die dann mitunter die Umgebung bevölkern.

Unsere Heimfahrt verlief genauso reibungslos wie die Anfahrt: Deutschland hat seine Aufgaben verkehrstechnisch gelöst und man fährt nur noch selten durch Dörfer. Natürlich gibt es in Deutschland grosszügigere Platzverhältnisse. Doch gerade die Autobahn Kreuzlingen-Frauenfeld zeigt, dass die Kleeblatt-Initiative einzig dazu geführt hat, dass die Dörfer auf dieser Strecke 20 Jahre länger unter dem Durchgangsverkehr litten und die Autobahn trotzdem, für die betroffenen Leute einfach 20 Jahre zu spät, gebaut wurde.Wir kamen schon relativ früh wieder nach Hause. Es war das Beste, was wir an diesem verregneten, grauen Vorweihnachtstag tun konnten. Zum Glück musste Sigrid am nächsten Morgen nicht arbeiten, so konnten wir wenigstens das Ausschlafen nachholen …

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